Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte die neue, faszinierende Sportart, das Fußballspiel, sein Mutterland, diebritischen Inseln, wie ein Lauffeuer überzogen und Millionen Menschen in seinen Bann geschlagen. Um dieJahrhundertwende begann sein Siegeszug auf dem europäischen Festland, so auch in Deutschland. Überall imLande, in den Groß- und Kleinstädten, aber auch in den ländlichen Gemeinden wurden Fußballvereinegegründet.So in Südthüringen 1903 der SC Eisfeld, 1904 der SC Sonneberg, 1906 der SC Oberlind und in Hildburghausender Ballspielclub.Das war der Anlass, dass sich 1 Jahr später auch in unserer Heimatgemeinde Häselrieth junge
Fußballenthusiasten unter der Anleitung desdamaligen Schulleiters Schorr zusammen fanden,um den Fußballclub 07 aus der Taufe zu heben.Als Gründungsmitglieder sind uns dieSportfreunde Fritz Langguth als 1. Vorsitzenderdes Vereins, Reinhold und Friedrich Schilling,Ernst und Willi Pfeifer, Gustav Höhn, KarlFeldmann und Willi Brune überliefert. DieGründungsversammlung fand im GasthausFischer, dem späteren Vereinslokal statt: der FC 07war damals noch ein sogenannter »Wilder Verein«,der keinem Verband angehörte und nach eigenemStatut und eigener Satzung wirkte. Trotzdemwurde der Spielbetrieb aufgenommen, der nur ausFreundschaftsspielen bestand. Zu den erstensportlichen Gegnern gehörten der SC Eisfeld, derBC Hildburghausen und der SC Schalkau. Die ersten Jahre waren für den kleinen Verein bitter undschwer. Unterstützung hatte er von keiner Seite zuerwarten. Im Gegenteil — der schon 1875 gegründeteTurnverein, der fest im gesellschaftlichen Leben derGemeinde etabliert war und überzahlreiche einflussreiche Mitgliederverfügte, fürchtete die Konkurrenz und tatalles, um dem neuen Konkurrenten dasLeben so schwer wie möglich zu machen.Der Fußballsport galt als unmoralischund roh, die Gründer und Fußballer desFC 07 wurden als Revoluzzer undTollhäusler verunglimpft, ein schwererVorwurf im damaligen Kaiserreich. Dienackten Knie der Spieler, die kaumhandbreit zwischen den ziemlich langenHosen und hohen Stutzen hervorlugten,galten im höchsten Maße alssittengefährdend. So fasste der damaligeGemeinderat den Beschluss, dass dieFußballspiele nicht in der Nähe desDorfes ausgetragen werden durften. Je nach Gelegenheit fanden diese dann auf einem Kleefeld in der Viehtrift,auf dem Höhenplateau des Häselriether Berges oder auf der Wiese unterhalb des Brünnhofs statt. DieTorstangen wurden von den Fußballern zum jeweiligen Spielort getragen und dort eingesetzt. So war es keinWunder, dass schon 1912, als etliche Aktive zum Militärdienst einrücken mussten, und geeigneter Nachwuchswegen der ständigen Diskriminierung der Fußballer in Häselrieth nur noch selten zu finden war, der Spielbetriebwieder eingestellt werden musste. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs, in dessen Verlauf auch etliche aktive Spielerihr junges Leben lassen mussten, gestattete über Jahre hinaus auch keine Wiederaufnahme. Erst 1917, als KarlSchleußing, aus dem Militärdienst entlassen, in die Heimat zurückkehrte, sammelte er fußballbegeisterte jungeLeute um sich und erweckte den FC 07 zu neuem Leben.Er übernahm das Amt des Vorsitzenden, zu den Aktiven zählten junge Burschen, wie Erich Reukauf, Armin undAdolf Höhn, Eduard Schleusing, Kurt Geißenhöner, Richard Bohland u. a.Soweit die Kriegsverhältnisse eserlaubten, wurde der Spielbetrieb wieder notdürftig in Gang gebracht.
Der große Aufschwung erfolgte erst nach Kriegsende, als die Schar der jungen Spieler durch die Heimkehrererheblich verstärkt wurde. In kurzer Zeit hatte sich eine spielstarke erste Mannschaft formiert. Der FC 07 warinzwischen dem Verband Mitteldeutscher Ballspielvereine (VMBV) beigetreten und errang im Wettstreit mit sonamhaften Vereinen wie Meiningen, Bad Salzungen, Suhl, Wasungen, Zella-Mehlis, Schleusingen,Hildburghausen und Themar 1919 den Meistertitel des Gaues Westthüringen. Einige Namen aus jenerMannschaft sind uns noch in Erinnerung, wie Kummer, König, Fabig, Suffa, Krämer, Rothenburger, Mühlfeld,Werner, Bohland, Reukauf und Geißenhöner. Den Vorsitz des Vereins hatte inzwischen Hermann Dötschübernommen. Die Blütezeit des FC 07 war indessen nur von kurzer Dauer. Die Folgen des verlorenen Kriegesmachten auch um die Region Hildburghausen keinen Bogen. Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheitließen viele junge Männer ihr Glück in den Industriegebieten an Rhein und Ruhr versuchen, darunter auchetliche aktive Fußballer. Die so erfolgreiche Mannschaft fiel auseinander. Man stand wieder am Anfang.Das Jahr 1920 war ein Markstein in der Geschichte desFC 07 Häselrieth. Willi Brune, einer derMitbegründer, nach schweren Verwundungen undlangem Lazarettaufenthalt notdürftig wiederhergestellt, übernahm die Leitung des Vereins. Mitseinem Namen sind viele Kapitel HäselrietherFußballgeschichte verbunden. In unermüdlicherArbeit und Begeisterung für seinen geliebten Sport,gepaart mit Klugheit und pädagogischem Geschick,gelang es ihm und seinen getreuen Mitstreitern, diefußballinteressierte Jugend von Häselrieth und einpaar Nachbarorten um sich zu scharen und demNamen des FC 07 wieder Achtung und Ansehen zuverschaffen. Und bald stellten sich denn auch dieersten sportlichen Erfolge ein: 1920/21 errang die 1.Mannschaft die Meisterschaft der C-Klasse vonWestthüringen. Das entscheidende Spiel um denAufstieg zur B-Klasse ging aber inEinhausen mit 1:2 verloren.Im Inflationsjahr 1922 wurde das 15-jährige Vereinsjubiläum mit einerschlichten Feier begangen und alsHöhepunkt ein Pokalturnier veranstaltet.Im Spieljahr 1923/24 gelang dann dochder Aufstieg in die B-Klasse des GauesWestthüringen, die etwa unserer heutigenBezirksklasse entsprach. Zu einemFreundschaftsspiel hatte man sich dieReservemannschaft von »Norden-Nordwest«, einem der namhaftestenBerliner Fußballvereine in jenen Jahren,eingeladen. In einem von beiden Seitenhervorragend geführten Spiel wurde zwarknapp mit 1:2 verloren, doch Aktive undZuschauer schwärmten noch Jahrzehntedanach von diesem großen Ereignis,zumal man ja auch noch zum Rückspiel in die Reichshauptstadt fahren durfte. Der Meistertitel der B-Klassewurde in Viernau verspielt, wieder mit 1:2. «Im Spieljahr 1924/25 gelang der 1. Mannschaft dann der ganz großeWurf, der Aufstieg in die A-Klasse, der höchsten des Gaues Westthüringen, vergleichbar unserer Bezirksliga.Nun warteten Gegner wie der SV Schmalkalden, »Wacker« Bad Salzungen, SC Wasungen, FC Barchfeld, VfLMeiningen, SVgg Mehlis 06, »Union« Zella, SVgg Heinrichs, SC Suhl u. a. auf den kleinen FC 07 Häselrieth.Das ging über dessen Kräfte. Ein Teil der Spieler war inzwischen arbeitslos, die ohnehin schmale Vereinskasseso gut wie leer. Wegen der hohen Fahrtkosten mussten etliche Spiele abgesagt werden, was mit Punktabzugbestraft wurde. So war der Abstieg aus der A-Klasse unvermeidlich.Im nächsten Jahr aber wurde bereits wieder der 2. Platz in der B-Klasse erkämpft und 1927/28 behauptet,diesmal sogar punktgleich mit dem Tabellenführer Themar. Ein schöner Erfolg im Jahr des 20-jährigenBestehens.Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft ging, wie schon so oft, allerdings auch diesmal wieder verloren.In Meiningen unterlag die Mannschaft mit 3:5 gegen Themar. 1929/30 wiederholte sich das Drama. Diesmalging das Entscheidungsspiel gegen Themar in Schleusingen recht unglücklich mit 2:3 verloren. Mit Fortunawaren die Schwarz-Roten der 20-er Jahre offenbar bei den Entscheidungsspielen nicht im Bunde. Trotzdem wardiese Zeit für den kleinen Verein sportlich doch recht erfolgreich. Trainingsfleiß, Einsatzbereitschaft und einebeispielhafte Kameradschaft, innerhalb der Mannschaften wie im gesamten Verein, waren die Grundpfeilerdieser Erfolge, trotz schwerer Zeiten und wirtschaftlicher Not. Ein Beispiel aus jenen Jahren steht für viele: DieMannschaft fuhr mit dem Sonntag-Vormittagszug zum Spiel nach Suhl-Heinrichs. Als die Gebrüder Karl undEduard Schleußing am Bahnsteig ankamen, sahen sie noch die roten Schlusslichter des Zuges in RichtungHäselrieth verschwinden. Kurz entschlossen setzten sie sich zum Querfeldeinmarsch nach Heinrichs in
Das Jahr 1930 war von großer Bedeutung für den FC 07 Häselrieth. Es gelang ihm, in den Mühlwiesen, wo sichheute das Gelände der Fahrschule und des Kraftverkehrs befindet, eine recht feuchte Wiesenfläche zu erwerben,die Raum für einen Sportplatz bot. Der bisherige, mehr provisorische Platz an der Schnettersmühle, war füreinen ordentlichen Spielbetrieb entschieden zu klein. Die Neuerwerbung aber erforderte noch viel Arbeit, ehedaraus ein bespielbarer Fußballplatz werden konnte. Neben erheblichen Erdbewegungen mußte einAbwassergraben quer durch den Platz verrohrt werden, und etliche Drainageleitungen waren zu legen. Nachvielen freiwilligen Arbeitsstunden war die Fläche zwar in ein bespielbares Fußballfeld verwandelt, doch beimehrtägigem Dauerregen glich dieses trotz aller Mühen manchmal eher einem Niedermoor. Trotzdem war derVerein stolz auf seinen neuen Platz, der über zwei Jahrzehnte den Fußballern eine Heimstatt war. Schon dasEröffnungsspiel war ein gutes Omen. Gegen den Orts- und Erzrivalen aus der Kreisstadt, den VfL 06, wurde esmit 2:1 gewonnen, und viele große und denkwürdigeSpiele sollten noch folgen, bei denen sich nicht seltenHunderte von Zuschauern auf dem Hindenburgwegdrängten, um sie mitzuerleben. Otto Papp, derbewährte Kassierer, und seine Helfer hatten dann alle Hände voll zu tun.
Auf dem neuen Sportplatz begannbald ein reger Übungsbetrieb in allenAltersklassen. Auch die Leichtathletenhatten jetzt bessereTrainingsmöglichkeiten. An der neuenSprunggrube wurden die 6 m-Sprüngevon Walter Brückner bestaunt, dieSprinter nutzten den Hindenburgwegals Laufbahn und die Mittel- undLangstreckler trainierten auf demWiesenweg und den angrenzendenWiesen. Auch etliche junge Frauenund Mädchen übten sich regelmäßigin der Leichtathletik, während dieFußballer ihr Training auf demSportplatz absolvierten. Das sportlicheGeschehen in Häselrieth hatte mitdem neuen Platz einen spürbaren Aufschwung erfahren. In den Jahren 1931— 1934 wurde zwar immer der Staffelsiegin der B-Klasse errungen, zurGaumeisterschaft, und damit zum Aufstieg in die A-Klasse reichte es aber nicht.
Dann kamen wieder Sorgenjahre für den FC 07 und seinen Vorstand. Im Zuge der Gleichschaltung des Sportsdurch das Dritte Reich und seinen NS-Reichsbund für Leibesübungen gab es für Willi Brune und manchenseiner Mitstreiter vielerlei Reglementierungen, die allmählich immer unerträglicher wurden. Besonders missfielden damaligen Sportgewaltigen, dass etliche Aktive des von den Nationalsozialisten aufgelöstenArbeitersportvereins »Schwarz-Gelb« Hildburghausen in Häselrieth eine neue sportliche Heimat fanden.Ein Lichtblick in jener Zeit war die beispielhafte Tätigkeit des neuen Jugendleiters Fritz Heim. Trotz seinesEinsatzes als Aktiver der 1. Männermannschaft verstand er es daneben auch noch, in kurzer Zeit zweiKnabenmannschaften und eine sehr gute Jugendmannschajtt aufzubauen. Seine intensive und zielgerichteteTrainingsarbeit schuf die Voraussetzungen, dass den Männermannschaften immer wieder talentierteNachwuchskräfte zur Verfügung standen.1934/35 und 1935/36 wurde jeweils der 3. Tabellenplatzerrungen, dann folgte ein Jahr der Flaute, ausgelöstdurch langwierige Verletzungen einigerSchlüsselspieler und mehrere Einberufungen zumWehrdienst. 1937 mußte die 1. Mannschaft absteigen,erkämpfte aber postwendend mit fast der komplettenJugendmannschaft des Vorjahres, die von denRoutiniers Alois Grimm und Karl Günsch von Sieg zuSieg geführt wurde, den Wiederaufstieg.Das 30-jährige Jubiläum wurde mit einer kleinen Feierbegangen, die aber getrübt wurde durch dieunsportliche Haltung des Gegners im Jubiläumsspiel.Die Mannschaft von Dreißigacker brach das Spiel ab,nachdem sie auf die Verliererstraße geraten war.Und noch ein Ereignis überschattete das Jahr 1937: Derüberaus verdienstvolle und in Sportkreisenhochgeschätzte Vorsitzende Willi Brune legte nach 17-jähriger Tätigkeit zum Wohle des Vereinsaus den bereits geschilderten Gründen seinAmt nieder. Damit ging dem FC 07 seinewichtigste Integrationsfigur verloren. Esist das bleibende Verdienst Willi Brunes,dass er es verstand, in den Wirren derNachkriegszeit und der politischen Vielfalt der Weimarer Republik mit ihren ungezählten politischen Parteienund Strömungen, seinen Sportverein gegen alle diese Erscheinungen und Unwägbarkeiten abzuschirmen. Im FC07 Häselrieth zählte unter seiner Leitung nur die Sportkameradschaft, alles andere hatte darin keinen Platz.Diese Maxime wurde von allen Mitgliedern des Vereins in jenen Jahren anerkannt und danach gehandelt. WilliBrune, der »Mäster«, wie er von allen genannt wurde, hat sich um den Häselriether Fußballsport im höchstenMaße verdient gemacht. Sein Nachfolger als Vereinsführer, wie es damals offiziell hieß, wurde der SportfreundWilly Lipfert, selbst ein aktiver Fußballer, der sich nach Kräften bemühte, im Sinne seines Vorgängers zu wirken.Im Jahre 1938 traf den Verein nach schönen sportlichen Erfolgen abermals ein schwerer Verlust. Derhochtalentierte Torwart der 1. Mannschaft, Fritz Reukauf, fiel im blühenden Alter von 19 Jahren einer schwerenKrankheit zum Opfer. Seinen tragischen Tod konnten seine Sportkameraden lange Zeit nicht verwinden.
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges mussten zahlreiche Aktive der beiden Männermannschaften zum Kriegsdiensteinrücken. Zwar konnten die Lücken anfangs durch junge Talente aus der Schule von Fritz Heim bis zumSpieljahr 1940/41 immer wieder geschlossen und eine beachtliche Spielstärke gehalten werden, danach aber wurdees immer schwerer.Im Spieljahr 1941/42 errang die Mannschaft in einem dramatischen Spiel in Veilsdorf nach einem 1:3 Rückstandzur Pause durch eine große Energieleistung in der 2. Halbzeit mit einem 4:3 Erfolg noch einmal dieStaffelmeisterschaft. Es war das große Spiel des Hermann Reinhardt, der nach mehrjähriger Pause die Schuhenoch einmal vom berühmten Nagel nahm und mit seinem unerhörten Einsatz in der 2. Halbzeit die gesamteMannschaft noch zum unerwarteten Erfolg trieb. Erich Reukauf war mit 41 Jahren der älteste Spieler in jener Elf,die beiden jüngsten, Hans Wölfing und Günther Fink waren gerade 17 Jahre alt.Danach wurde der Punktspielbetrieb im Männerbereich eingestellt, es kam noch zu einigen Freundschaftsspielenim Sommer 1942 gegen die BSG »Brunn« Eisfeld, denTSV Rodach und den SC Schalkau. Das letzte Spiel imSpätsommer 1942 bestritt eine KombinationHäselrieth/Veilsdorf gegen eine oberfränkischeSoldatenauswahl auf dem Sportplatz am Anger inCoburg. Es endete 4:2 für die Kombinierten. Bis zumSpieljahr 1943/44 wurde der Spielbetrieb imJugendbereich noch weiter geführt. Dann kam auchdieser zum Erliegen. Die spärlichen Geschäfte des FC07 wurden nach der Einberufung Willy Lipferts zumWehrdienst vom Sportfreund Erich Reukauf bis 1945weiter geführt. Er war ein langjähriger Freund undMitstreiter von Willi Brune, und in seiner Glanzzeit alsAktiver einer der gefürchtetsten Mittelstürmer im GauWestthüringen. Erich Reukauf war der letzteVorsitzende des FC 07 Häselrieth, der mit demZusammenbruch des Hitlerreiches 1945 sein Daseinbeschloß.Es endete 4:2 für dieKombinierten. Bis zum Spieljahr 1943/44wurde der Spielbetrieb im Jugendbereichnoch weiter geführt. Dann kam auch dieserzum Erliegen. Die spärlichen Geschäfte desFC 07 wurden nach der Einberufung Willy Lipferts zum Wehrdienst vom Sportfreund Erich Reukauf bis 1945weiter geführt. Er war ein langjähriger Freund und Mitstreiter von Willi Brune, und in seiner Glanzzeit als Aktivereiner der gefürchtetsten Mittelstürmer im Gau Westthüringen. Erich Reukauf war der letzte Vorsitzende des FC 07Häselrieth, der mit dem Zusammenbruch des Hitlerreiches 1945 sein Dasein beschloß.Der wahnsinnige Krieg hat tiefe, verheerende Lücken in die Reihen der Häselriether Fußballsportler gerissen.Waren es im Frankreich-Feldzug 1940 mit Kurt Blaufuß, Oskar Hourle und Willi Brune jun. bereits drei ehemaligeFußballer, die ihr Leben für eine wahnwitzige Idee opfern mussten, so sollten ihnen im weiteren Verlauf diesesgrößten aller Kriege noch viele, viele folgen. Wie der verdienstvolle Jugendleiter Fritz Heim sind die meisten seinerSchüler aus den Jahrgängen 1919 — 1923 dem Grauen des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen und mit ihnenzahlreiche Aktive und Vereinsmitglieder früherer Jahrgänge. Wir gedenken ihrer in tiefer Trauer und schmerzlicherErinnerung.
Nach Ende des verbrecherischen Krieges und dem Zusammenbruch des Hitler-Reiches waren weite Teile desdeutschen Vaterlandes ein Trümmerhaufen. Auch der Fußballsport in unserem Heimatort stand vor dem Nichts.Viele unserer ehemaligen Aktiven waren gefallen, manche befanden sich noch jahrelang irgendwo hinterStacheldraht in Gefangenschaft oder kamen als Schwerbeschädigte zurück, die nie wieder Fußball spielenkonnten. Und etliche zogen dem Leben in der sowjetischen Besatzungszone eine neue Heimat im deutschenWesten vor und hatten sich dort niedergelassen. Doch nach jedem Ende steht ein Neubeginn. So geschah esauch mit unserem Häselriether Fußballsport. Einige Unentwegte gingen mit Elan an den Wiederaufbau undgründeten 1946 die Sportgemeinschaft »Schwarz-Rot«. Und wieder gehörte Willi Brune, zusammen mit seinenbewährten Sportkameraden aus alter Zeit, ErichReukauf, Albert Schüffler und Willy Lipfert zu denGründern. Tatkräftige Unterstützung leisteten dieSportfreunde Rudolf Heun, Hilmar Hopf, AdolfWagner und Erwin Sommer. In mühevoller Arbeitwurde der von amerikanischen Panzern im April 1945schwer zerpflügte Sportplatz am Hindenburgwegwieder hergerichtet. Bälle und Fußballschuhe erwarbman auf dem damals üblichen Weg des Tauschhandels.Nach der Gründung des Kreissportausschusses standder Eröffnung des geregelten Spielbetriebes nichtsmehr im Wege. In einer Zeitungsnotiz vom 14. 6. 1946war zu lesen, dass der »Ortsabteilungsleiter fürKörperkultur und Sport«, Albert Schüffler, einespielstarke erste Männermannschaft sowie je eineReserve- und Jugendmannschaft für die kommendePunktspielserie gemeldet hat. Nach einigenVorbereitungsspielen gegenHildburghausen (2:2), Römhild (3:2) undVeilsdorf (2:1) begannen im Juli 1946 diePunktspiele. Die erste Mannschaft bestandaus folgenden Stammspielern: WernerVoigt, Herbert Weinhardt, Richard Markert, Fritz Bauer, Willy Höhn, Hilmar Hopf, Adolf Wagner, HelmutHöhn, Ernst Röder, Eugen Förster und Erich Höhn, einer gelungenen Mischung aus erfahrenen Spielern undjungen Talenten. Die Reserve bildeten Nachwuchskräfte, die sich von Spiel zu Spiel immer besserzusammenfanden.Häselrieth bestritt seine Spiele in einer Gruppe mit Hildburghausen, Themar, Veilsdorf, Reurieth, Römhild undBedheim und wurde klarer Gruppensieger. In einem Turnier der Gruppensieger in Eisfeld sollte der Kreismeisterim KO-System ermittelt werden. Nach deutlichen Siegen über Sachsenbrunn (4:1) und Oberstadt (5:0) war dasEndspiel erreicht. Hier traf man auf Crock, das durch ein Freilos weniger strapaziert ins Finale gelangte. Ineiner dramatischen Schlammschlacht gewannen die Crocker mit 1:0 und wurden so mit viel Glück der 1. Fußball-Kreismeister des Kreises Hildburghausen nach dem 2. Weltkrieg.Elf enttäuschte Häselriether verließen den Platz mit hängenden Köpfen. Trotzdem war auch dieVizemeisterschaft doch wohl ein gelungener Auftakt.
Im Spieljahr 1947 belegten die »Schwarz-Roten« nach Abschluss der ersten Halbserie wiederum den 1. Platz inihrer Gruppe. Auf Beschluß des Fachausschusses wurde nun eine Bezirksklasse gebildet, für die sich dieMannschaft durch einen schwer erkämpften 1:0 - Erfolg über Veilsdorf qualifizieren konnte. Die Staffelgegnerwaren Schalkau, Heubach, Themar, Meiningen, Schleusingen und Erlau, durchweg spielstarke Mannschaften.Die Häselriether Reservemannschaft wurde aufgrund der guten Leistungen des Vorjahres in die 1. Kreisklasseeingestuft. Anlässlich des 40-jährigen Fußballjubiläums fand am 24. August 1947 auf dem Sportplatz amHindenburgweg vor einer stattlichen Zuschauerkulisse das 1. Bezirksklassenspiel der Sportgemeinschaft»Schwarz-Rot« statt. Gegner war die Mannschaft von Schalkau, die nach einem spannenden und gutklassigenKampf knapp mit 3:2 gewann. Das Pech blieb denHäselriethern auch im weiteren Verlauf der Serietreu. Trotz guter Leistungen wurden fast alle Spieleknapp verloren. Permanente Aufstellungssorgeninfolge mehrerer Spielerabgänge trugen dazu bei. So war der Abstieg in die 1. Kreisklasse unvermeidlich.
1948 brachte einen Strukturwandel in der Sportbewegung der damaligen sowjetischen Besatzungszone. Die»Freie Deutsche Jugend« (FDJ) wurde zur neuen Trägerorganisation ernannt und überall im Lande FDJ-Sportgemeinschaften gebildet. Die Gründungsversammlung in Häselrieth fand am 21. Juli 1948 statt. ZumVorsitzenden der neuen FDJ — SG »Schwarz-Rot« wurde der Sportfreund Adolf Höhn gewählt. Die Vorbereitung auf das Spieljahr 1948/49 brachte auch die Teilnahme an einigen Turnieren. Vom 25-jährigen Fußballjubiläum inSchwarzbach kehrte die Mannschaft nach 2:0 - Siegen über den Veranstalter und die SG Heidersbach alsTurniersieger zurück.Einen der schönsten Erfolge in jener Zeit aber errangen die Häselriether mit dem Sieg in einem hervorragendbesetzten Turnier am 22. August 1948 in Römhild, indem außer dem Veranstalter noch die Mannschaftenvon Hildburghausen, Schwarzenbrunn, Unterneubrunnund Obermaßfeld mitwirkten. Nach jeweils 2:0 -Erfolgen über Schwarzenbrunn und Hildburghausenwurde in einem begeisternden Endspiel, in dem sichdie Mannschaft in einen wahren Spielrausch steigerteund für ihre Fließbandkombinationen Beifall aufoffener Szene erhielt, die starke Bezirksklassenelf vonObermaßfeld mit 5:0 Toren geradezu deklassiert. Einwunderschöner Keramikpokal aus dem TöpferhofGramann war der Lohn für diese große Leistung. Leiderist der Pokal heute nicht mehr aufzufinden. Er war derschönste in unserer Sammlung.Das Spieljahr 1948/49 brachte den 4. Tabellenplatz.Kreismeister wurde Veilsdorf, das damals seinenAufstieg begann und seit nunmehr vier Jahrzehnten das Niveau des Fußballs im Südthüringer Raum und darüberhinaus mitbestimmt. Eine grandiose Leistung für diesen kleinen Ort, die von beispielhafter Nachwuchsarbeitgetragen wird und höchste Bewunderung verdient. Während der Serie konnte sich die 1. Mannschaft vonHäselrieth durch die Spieler Bergmann, Zinke und Meinel von der Grenzpolizei verstärken. 1949 mussten unsdiese bereits wieder verlassen, dazu der Sportfreund Helmut Höhn. Sie wechselten zur neu gegründeten Polizei-Sportgemeinschaft »Dynamo« Hildburghausen. Durch einige weitere Abgänge wurde die 1. Mannschaft sogeschwächt, daß am Ende der Klassenerhalt nur mit größter Mühe gesichert werden konnte.
Das gleiche Bild ergab sich 1950/51. Es war das schwärzeste Jahr in der noch jungen Nachkriegsgeschichte fürden Häselriether Fußballsport. An ständigen Versuchen des Nachbarn Hildburghausen, ihn durch Abwerbungzu schwächen, oder durch Zusammenschluß ganz auszulöschen, hatte es in der Vergangenheit ja nie gefehlt.Nun war die große Gelegenheit gekommen, mit dem erneuten Strukturwandel des Sports in der 1949gegründeten Deutschen Demokratischen Republik. Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB) wurde zurzweiten Trägerorganisation, gemeinsam mit der FDJ. Die Betriebssportgemeinschaften waren die neue Linie,zusammengefaßt in Sportvereinigungen auf der Basis der Industriegewerkschaften. Am 23. März 1950 gründeteman in Hildburghausen die BSG »Einheit«. Als Trägerbetriebe füngierten die VEB Tewa, Druckerei »ThüringerWald«, die Konsumgenossenschaft und der Rat desKreises. Schon im Vorfeld dieser Entwicklung hattendie Spieler der 1. Mannschaft, Hilmar Hopf, HeinzVogel, Eugen Förster, Walter Horch, Gerhard Kletteund Willi Kiesewetter unsere Sportgemeinschaftverlassen, um in Hildburghausen unter besserenBedingungen spielen zu können. Einige anderewechselten den Wohnort, Gerhard Eichmüller zog es zuLok Meiningen. Von den Spielern der ehemaligenersten Mannschaft waren nur noch die SportfreundeAdolf Wagner, Willi Höhn, Günther Fink und derinzwischen aus der Jugendmannschaft übernommenePaul Reukauf übrig geblieben. Aktive der bisherigenReserve mußten in die Bresche springen und einige ausder von Hildburghausen nach Häselrieth gewechseltenAltherrenmannschaft, wie Dr. Hermann Keller, KurtHunneshagen, Hans Hofmann und Hans Rexhäuser.Sie alle taten es mit Bravour und großer Einsatzbereitschaft. Dank ihrer ausgezeichneten Moral und mit demWillen »nun erst recht«! schaffte diese Mannschaft mit einer Altersstruktur von 17 bis zu 46 Jahren abermals denKlassenerhalt. Doch es ging bis an die Grenze des Möglichen. Nach einer gründlichen Situationsanalyse durchdie Leitung der Sportgemeinschaft beschloß eine außerordentliche Sektionsversammlung, den Antrag an denKreisfachausschuß auf Rückstufung in die 2. Kreisklasse zu stellen. Ziel dieser Maßnahme war, die verbliebenenAktiven spielerisch zu festigen, was unter den gegebenen Umständen in der 1. Kreisklasse nicht möglicherschien. Der KFA gab diesem Antrag statt. Für uns war es eine bittere, aber richtige Entscheidung.
In diesen Jahren des sportlichenNiedergangs wurden von denMitgliedern und Aktiven auf andererEbene große Leistungen vollbracht,die beweisen, dass in unsererGemeinschaft ein guter Geist, einfester Zusammenhalt und eineungebrochene Moral herrschte, undder Glaube an eine bessere sportlicheZukunft nicht zu erschüttern war. Invielen freiwilligen Arbeitseinsätzenhalfen Sportfreundinnen derHandballmannschaft undSportfreunde aller Altersgruppen bei der Errichtung des neuen Sportplatzes ander Schnettersmühle. Mit Spitzhacke,Schaufel und Schubkarre wurdenHunderte von Kubikmetern Erdreichabgetragen, transportiert und planiert. Mitglieder und Freunde der SG leisteten jede Menge vonGespannstunden. Den letzten Schliff besorgte die Firma Schindhelm. Der Rat der Gemeinde, allen voran unserBürgermeister und ehemaliger aktiver Fußballer Adolf Lipfert, hat den Sportplatzbau in dankenswertgroßzügiger Weise nach Kräften unterstützt. So konnte mit dem 1. Punktspiel der Serie 1950/51 der neue,schöne Sportplatz am 17. September 1950 eingeweiht werden. Gegner war der alte Rivale, die BSG »Einheit«Hildburghausen, verstärkt durch die ehemaligen Häselriether Hopf, Förster, Vogel und Klette. »Einheit«gewann etwas glücklich mit 2:0 Toren. Das Vorspiel der Jugendmannschaften endete leistungsgerecht 2:2. DenAbschluss des Tages bildete das Spiel der Altherrenmannschaft um Dr. Hermann Keller gegen die ersteMannschaft von Harras. Die alten Füchse spielten all ihre Routine und immer noch beachtliche Technik ausund schlugen die staunenden Harraser mit 2:0. Trotz der Punktspielniederlage ihrer 1. Mannschaft überwog beiden Häselriethern die Freude über den neuen Platz.
Durch die bereits geschilderte Entwicklung bedingt, begann erstmals in der Häselriether Fußballgeschichte unsere erste Mannschaft das Spieljahr 1951/52 in der zweiten Kreisklasse. Gegner in unserer Staffel waren neben Hildburghausen II, Reurieth, Siegritz, Henfstädt, Lengfeld, Pfersdorf, Dingsleben und Behrungen auch solche Neuschöpfungen wie »Traktor« Buchenhof und »Traktor« Karolinenburg. Was keiner erwartet hatte, trat ein. Die Häselriether Verlegenheitself fand sich von Spiel zu Spiel besser zusammen und wurde klarer Staffelsieger.Das letzte Spiel auf dem Reuriether Bergplatz brachte einen 4:1-Erfolg, und die Heimkehr aus Reurieth, mit Zwischenstation in Ebenhards erfolgte »etwas später«. Am 25. 5.1952 begannen die Aufstiegsspiele der drei Staffelsieger Erlau, Bedheim und Häselrieth, von denen nur zwei aufsteigen konnten. Es gab folgende Ergebnisse:Bedheim — Erlau 2:1; Häselrieth — Bedheim 1:1, Häselrieth — Erlau 1:0; Bedheim — Häselrieth 4:2; Erlau — Bedheim 3:1 und Erlau — Häselrieth 4:2. Wir waren also nur Dritter mit 6:9 Toren und 3:5 Punkten, und damit schien der Zug in die 1. Kreisklasse abgefahren zu sein. Dem glücklichen Umstand einer Gebietsreform, bei der die Gegend um Schleusingen dem Kreis Suhl zugeteilt wurde, war es zu verdanken, daß die Häselriether »Schwarz-Roten« wieder zur altgewohnten ersten Kreisklasse gehören durften.
Mittlerweile war die Sportbewegung in der DDR wieder einmal um strukturiert worden, viele Betriebssportgemeinschaften waren entstanden, in Häselrieth hatte man es in dieser Hinsicht nicht allzu eilig, aber nun bestand Nachholbedarf. Höheren Orts wurde man langsam ungeduldig. Nach entsprechenden Beratungen und Verhandlungen mit dem vorgesehenen Trägerbetrieb beschloss die Leitung unter ihrem Vorsitzenden Adolf Höhn die Auflösung der Sportgemeinschaft »Schwarz-Rot« Häselrieth und die Neugründung einer Betriebssportgemeinschaft. Diese erfolgte am 22. Februar 1952 im Saal des Gasthauses »Zur grünen Haselstaude« in Häselrieth. Die Festrede hielt der damalige Direktor des VEB »Vereinigte Säge- und Kistenwerke« Häselrieth, der als Träger-Betrieb der neuen BSG »Aufbau« fungierte. Kurt Geißenhöner war selbst langjähriger Aktiver im alten FC 07 gewesen und mit allen Belangen des Fußballsports vertraut. Zum ersten Leiter der neuen BSG wurde der BGL-Vorsitzende des Stammbetriebes, der Sportfreund Paul Hofmann gewählt. Es bleibt festzustellen, daß der Trägerbetrieb in den 38 Jahren, in denen die »BSG Aufbau« Häselrieth bestanden hat, stets tatkräftige Unterstützung und wirksame Hilfe leistete. Die Häselriether Fußballsportler werden das nicht vergessen.Doch nun weiter in der Chronik der neuen »BSG Aufbau«. Die nächsten Jahre waren nicht einfach. Sie dienten in erster Linie der Neuformierung und Konsolidierung der 1. Mannschaft, deren erklärtes Ziel nur der Klassenerhalt sein konnte. 1952/53 wurde er nach einer harten Serie geschafft, 1953/54 mit dem 6. Rang ein guter Mittelplatz belegt. Es ging langsam aufwärts. Mit Gerhard Eichmüller, Helmut Höhn und Willi Kiesewetter kamen erfahrene Akteure zur Mannschaft zurück, junge Nachwuchskräfte wurden eingebaut, die Elf gewann langsam wieder Profil. 1954/55 brachte Rang 3 in der Tabelle. Mit einem schwer erkämpften 2:1 auf dem gefürchteten Fehrenbacher Platz gelang ein seltener und denkwürdiger Erfolg, der auch gewachsene Nervenstärke bewies.
Das Spieljahr 1955/56 war ein denkwürdiges in der Nachkriegsgeschichte des Häselriether Fußballsports. Wir errangen zum 1. Mal den Kreismeistertitel. Dabei blieb es spannend bis zum letzten Spieltag. In einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen mit Traktor Bedheim lagen wir vor der letzten Runde punktgleich mit den Bedheimern auf Grund des deutlich schlechteren Torverhältnisses auf Platz 2. Im letzten Spiel bezwangen wir Gießübel zu Hause mit 4:1, Bedheim leistete sich auf eigenem Platz eine überraschende 2:3-Niederlage gegen Crock, das uns damit zum Kreismeister verhalf. 49 zu 25 Tore und 37 zu 15 Punkte war die Bilanz aus 26 Spielen. Bedheim blieb mit 36 zu 16 Punkten nur der Ehrenplatz.Nun folgten die unvergesslichen Aufstiegsspiele zur Bezirksklasse. Unsere Gegner waren die Kreismeister von Sonneberg, Neuhaus und Ilmenau, nämlich SteinachII Gräfenthal und Öhrenstock. Der Auftakt war vielversprechend. In Öhrenstock gelang uns durch ein (seltenes) Kopfballtor von Paul Reukauf in der Endphase des Spiels noch der 1:1-Ausgleich und damit ein wertvoller Punktgewinn. Hoffnungsvoll sahen wir dem ersten Heimspiel gegen Gräfenthal entgegen und wurden bitter enttäuscht. Die schnellen Gäste überraschten uns mit zwei blitzsauberen Toren und ließen uns auch danach nicht zu unserem Spiel finden, so dass es beim 0:2 bis zum Schlußpfiff blieb. Das folgende 1:5 mit einer ersatzgeschwächten Elf in Steinach ließ die Aufstiegshoffnungen auf den 0-Punkt sinken. Doch so leicht gaben die Häselriether der damaligen Generation nicht auf. Gemeinsam mit dem bewährten Mannschaftsleiter Adolf Steuer und seinen Mitstreitern Erich Reukauf und Armin Höhn vom Spielausschuß wurde die erste Runde sorgfältig analysiert und die taktische Marschroute für die Rückspiele festgelegt. Die beiden Heimspiele gegen Steinach II und Öhrenstock brachten nach überzeugenden Leistungen jeweils 4:1-Erfolge, damit waren Punkt- und Torverhältnis mit 5:5 und 10:10 ausgeglichen. Das Spiel in Gräfenthal wurde bei orkanartigem Schneesturm anfangs der 2. Halbzeit beim Stande von 1:2 vom Schiedsrichter Luthardt aus Steinach abgebrochen, weil der Ball beim Abschlag von unserem Tor vom Sturm erfasst, mehr als 30 Meter hinter unserem Kasten landete und ein reguläres Spiel nicht mehr möglich war.Die Neuauflage erfolgte 2 Wochen später auf einem Ausweichplatz in Gräfenthal. Unter der souveränen Leitung des späteren Oberliga-Schiedsrichters Karl Trautvetter aus Immelborn verwandelte die Mannschaft mit einer großen spielerischen und kämpferischen Leistung den 0:1-Rückstand in einen 4:1-Sieg und hatte sich damit nach dem letzten Platz aus der Vorrunde auf den 1. Aufstiegs-Platz nach vorn gebracht. Als unser »Ersatztorhüter« Horst Voigt den Elfmeter des Gräfenthaler Kapitäns mit stoischer Ruhe gemeistert hatte, war das Spiel für uns gelaufen. Die Freude bei Spielern, Betreuern und den zahlreichen Häselriether Schlachtenbummlern war unbeschreiblich. Nach 1947 war unsere erste Mannschaft wieder in der Bezirksklasse!
Horst Voigt, Gerhard Steiner, Helmut Truckenbrodt, Helmut Höhn, Adolf Wagner, Horst Knäblein, Dieter Neundorf, Adolf Carl, Willi Kiesewetter, Paul Reukauf, Günter Fink, Hubert Hanft und Walter Lang hatten diesen großen Erfolg errungen. Häselrieth wurde zusammen mit »Einheit« Hildburghausen, der Elf von Großbreitenbach und den Mannschaften der Kreise Sonneberg und Neuhaus in die Waldstaffel eingereiht. Gegner wie Steinneid, Schmiedefeld, Neuhaus, Steinach II, Lauscha, Effelder, Rauenstein, Judenbach, Heinersdorf, Köppelsdorf, Schalkau und Mengersgereuth-Hämmern verhießen »ein hartes Brot« in dieser Gruppe. In den nächsten beiden Jahren wurden dennoch achtbare Mittelplätze erreicht und der Klassenerhalt gesichert, wenngleich die verjüngte Mannschaft jeweils zum Ende der Saison gewisse Verschleißerscheinungen nicht verbergen konnte.
Das Jahr 1958 brachte dann den größten Erfolg für Häselriether Fußballer seit der Erringung der Gaumeisterschaft von Westthüringen im Jahre 1919. Der Bezirkspokal des FDGB wurde nach Häselrieth geholt. Den Auftakt bildete der 3:2-Erfolg gegen die mittlerweile zur Bezirksliga gehörenden Fehrenbacher, dann gelang ein 2:1-Erfolg bei der Bezirksklassenelf von Wasungen. In Häselrieth wurden Schalkau mit 4:1 und die Bezirksliga-Mannschaft von Schweina mit 6:1 bezwungen. Zum Halbfinale kam der Tabellendritte der Bezirksliga, Motor Schmalkalden, mit den Auswahlspielern Seugling, Mickstein und Sauerbrei nach Häselrieth. Nach einem großen Spiel auf schwerem Boden zog die BSG »Aufbau« mit einem 2:0-Erfolg in das Finale ein. Dieses wurde in Themar ausgetragen. Gegner war die Bezirksliga-Elf aus Mengersgereuth-Hämmern mit dem späteren Torjäger der Steinacher Oberliga-Mannschaft, Sperschneider, als Sturmführer. Nach einer bangen Anfangsphase, mit vielen Chancen für den Gegner, steigerte sich unsere Mannschaft zusehends und gewann schließlich sicherer als es das 1:0 vermuten läßt. Das entscheidende Tor erzielte Paul Reukauf mit einem sehenswerten Scharfschuß aus spitzem Winkel ins lange Eck.Unter dem Jubel hunderter Häselriether Anhänger und dem Pfeifen der Lokomotiven auf dem Themarer Bahnhof empfing die Mannschaft den gewichtigen Pokal des FDGB-Bezirksvorstandes. Der großartige Empfang im Heimatort und die Siegesfeier in der »Haselstaude« bleiben unvergessen. Der Gegner der ersten Hauptrunde im DDR-Maßstab, die Ligaelf von »Motor Nord« Erfurt, mit etlichen ehemaligen Oberliga- und Auswahlspielern besetzt, war für die Häselriether Bezirksklassenmannschaft eine gute Nummer zu groß.
In dieser Zeit sportlicher Erfolge, inzwischen hatte der Sportfreund Horst Knäblein die Leitung der BSG übernommen, war man auch im gesellschaftlichen Bereich der Heimatgemeinde recht rührig. Das 50jährige Fußballjubiläum, in einer schönen Festwoche mit einer Feier in der »Haselstaude«, einem Volkssportfest, einem Jubiläumsspiel gegen die Bezirksliga-Mannschaft von LOK Meiningen, das 6:5 für die Gäste endete, sowie mit Jugend- und Altherrenturnieren begangen, war sehr harmonisch verlaufen. Mit Dorfsportfesten, Tanzveranstaltungen, Masken- und Kostümbällen und den traditionellen Weihnachtsfeiern war die BSG »Aufbau« ein erfolgreicher Mitgestalter des kulturellen Geschehens im Heimatdorf. Als willkommener Nebeneffekt konnte durch diese Veranstaltungen die durch die weiten Fahrten zu den Auswärtsspielen immer recht strapazierte Kasse etwas aufgebessert werden. 1958 wurde mit dem Bau der Umkleidehalle am Sportplatz begonnen, die Fertigstellung erfolgte 1959. Alle Arbeiten wurden in freiwilligen Einsätzen von den Sportfreunden unentgeltlich geleistet und so ein Wert von damals 30000 Mark geschaffen. 61 Mitglieder leisteten mehr als
jeweils 6 Arbeitsstunden. Die Sportfreunde Walter Urban, Fritz Geiger jun., Albert und Rolf Schüffler, Ernst Pfeifer, Horst Knäblein, Adolf Steuer und Wolfgang Stanislawski haben sich um dieses Gemeinschaftswerk der BSG »Aufbau« besonders verdient gemacht. Sie waren es auch, die 1960 mit dem Bau der Turnhalle an der Schule begannen, um Schülern und Sportlern auch in der kalten Jahreszeit und bei ungünstiger Witterung Sportunterricht und Trainingsstunden zu ermöglichen. 1964/65 wurde die Halle auf ihre jetzige Größe erweitert.
1960 war wiederum ein großes Jahr für den Häselriether Fußballsport. Wieder ging es um den Bezirkspokal, und wieder war der Auftaktgegner eine Bezirksliga-Elf aus unserem Kreis, Motor Veilsdorf. Auch dieser namhafte Gegner konnte die Häselriether Pokalambitionen nicht stoppen und musste mit 2:3 die Segel streichen. Danach folgte ein 2:1 Auswärtssieg in Walldorf. Oberlind wurde in Häselrieth mit 3:0 bezwungen. Nach einem weiteren Sieg war man wieder im Halbfinale, und wieder hieß der Gegner Motor Schmalkalden, diesmal Tabellenzweiter der Bezirksliga. Und wieder war in Häselrieth für ihn Endstation. Mit 0:3 geschlagen zog der »Vizemeister« von dannen. Häselrieth stand wieder im Finale. Gegner war dieses Mal die Bezirksklassenmannschaft von LOK Meiningen. Das 1. Endspiel in Obermaßfeld auf schneebedecktem Boden endete trotz Verlängerung mit einem leistungsgerechten 0:0. Das Wiederholungsspiel fand, ebenfalls auf Schnee, in Themar statt. Bis kurz vor Schluss führte unsere Mannschaft sicher und verdient mit 2:0. Dann ließ sie die Zügel etwas schleifen und musste kurz vor dem Abpfiff noch den Anschlusstreffer zum 2:1 hinnehmen. Wieder war der Jubel unbeschreiblich. Die Mittelfeldmannschaft aus der Bezirksklasse hatte das Kunststück fertig gebracht, innerhalb von 3 Jahren zweimal den Bezirkspokal zu erringen. Dementsprechend waren auch diesmal der Empfang und die Siegesfeier im Heimatort. Das waren die Pokalsieger 1960: Heinz Beilicke,
Helmut Blaufuß, Helmut Truckenbrodt, Wolfgang Biehl, Dieter Neundorf, Dieter Biehl, Hubert Forkel, Paul Reukauf, Günther Fink, Gerhard Jung, Fritz Neundorf und Horst Voigt. Auf den Beginn der ersten Hauptrunde im Republikmaßstab hatte man sich diesmal gründlich vorbereitet. Gegner war die DDR-Ligamannschaft von Motor Eisenach, die in der 2. Halbzeit in große Schwierigkeiten geriet und nur noch das 2:2 in die Verlängerung zu retten versuchte. Unser Torwart stand wegen Beschäftigungslosigkeit weit vor seinem Kasten, als ihn eine von der Mittellinie abgeschossene »Bogenlampe« des Eisenacher Rechtsaußen überraschte und in letzter Minute den Weg ins Tor fand. Mit diesem ärgerlichen 2:3 war die Mannschaft aus dem Rennen, nachdem sie in der zweiten Halbzeit über weite Strecken Spiel und Gegner klar beherrschte. Eine Runde mehr wäre diesmal durchaus möglich gewesen.
Nach diesem Pokalerfolg lebten die Bestrebungen zum Zusammenschluß mit der BSG »Eintracht« Hildburghausen, nun schon zum wiederholten Male, neu auf. Diesmal hatte man sich von Hildburghäuser Seite eine neue Variante ausgedacht. Man organisierte Freundschaftsspiele gegen Mannschaften der II. DDR-Liga wie Oberlind und Aktivist Tiefenort und ließ dabei einige Häselriether Spieler in der Hildburghäuser Mannschaft mitwirken. Die Ergebnisse (1:1 in Oberlind und 3:2 gegen Tiefenort) sollten die große Perspektive eines Zusammenschlusses beweisen. Für einige wenige Häselriether Spieler erschien der Gedanke recht verlockend, auch bei einigen Leitungsmitgliedern zeigte der Druck von oben Wirkung. So gab es doch etliche kontroverse Diskussionen in der Sektion Fußball, bis sich der Selbstbehauptungswille der alten Häselriether letztlich doch wieder durchsetzen konnte. Den Abwanderungswilligen wurden keine Steine in den Weg gelegt, doch alle sind geblieben, die Eigenständigkeit blieb gewahrt. Im Jahre 1961 beschloss man aus finanziellen Erwägungen, in jedem Kreis eine Bezirksklassenstaffel zu bilden. Gleichzeitig ging man wieder zur Herbst-Frühjahr-Serie über. So musste ein Mammutprogramm von 39 Punktspielen bewältigt werden. Mit der überwiegend auf kämpferischen Einsatz ausgerichteten Spielweise der neuen Gegner hatte unsere Mannschaft doch gewisse Anpassungsprobleme. Trotzdem erreichte sie hinter dem überlegenen Staffelsieger »Eintracht« Hildburghausen doch noch den Ehrenplatz.1962/63 brachte einen weiteren Höhepunkt. In einem denkwürdigen Kampf wurde im letzten Spiel in Schönbrunn nach einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen mit »Fortschritt« Heubach die Staffelmeisterschaft errungen. Die Heubacher hatten ihr Punktspielprogramm schon beendet und lagen mit einem Pluspunkt vor Häselrieth. Das letzte Spiel musste die Entscheidung bringen. Und es kam knüppeldick für die Häselriether. Die gesamte Heubacher Mannschaft saß mit einem starken Anhang am Spielfeldrand und feuerte die Schönbrunner an, die mit einem Mordstempo loslegten und Häselrieth geradezu überrannten. Mit einer 2:0 Führung gingen sie siegesgewiß in die Pause. Zu allem Überfluß war der Senior der Häselriether, ein im allgemeinen recht besonnener Spieler, der in 49 aktiven Jahren nicht einmal wegen unfairen Spiels verwarnt werden musste, in der 44. Minute vom Schiedsrichter Floßmann vom Platz gestellt worden. Er hatte sich zuvor beim Schiri wegen der ständigen unfairen Attacken seines Gegenspielers beschwert. Als dieser dann noch mit dem Ball an der Brust über die verlängerte Torlinie lief und Floßmann statt Abstoß für Häselrieth auf Eckball für Schönbrunn entschied, wagte der Sportfreund Fink erneut zu reklamieren und musste vom Platz. Seine Gefühle danach hat er bis heute nicht vergessen. Für die Mannschaft hat der Platzverweis jedoch Wunder bewirkt und sie zu einer Trotzreaktion angestachelt. Mit dem Gefühl: trotz Heubach und Floßmann, jetzt erst recht, kam sie wie umgewandelt aus der Pause, in der die Heubacher im Gefühl der sicheren Meisterschaft schon ein stattliches Faß Bier angezapft hatten. Obwohl die Schönbrunner jetzt auf ihr Trainingstor stürmten, wurden sie von den zehn Häselriethern mit weiträumigen Aktionen und steilen Pässen auf den schnellen Mittelstürmer regelrecht auseinander genommen. Paul Reukauf erzielte mit drei herrlichen Toren einen echten Hattrick, einem vierten versagte der Schiri die Anerkennung. Die Freude bei den Häselriethern und die Enttäuschung bei der Schönbrunner Mannschaft über das nicht mehr für möglich gehaltene 2:3 waren unbeschreiblich. Angetrieben von den Heubachern, hatte die Heimelf in der ersten Halbzeit das Tempo überzogen und nach der Pause nichts mehr zu zusetzen. Sie war stehend KO. Den Heubachern galt nach der ersten Freude über die Meisterschaft aber doch ein bisschen Mitgefühl und Anerkennung für den monatelangen Zweikampf. Das Fassbier ist ihnen an jenem Sonntag bestimmt sauer aufgestoßen. In einer Doppelrunde mit den Mannschaften von »Motor« Ost Zella-Mehlis, »Aufbau« Themar, »Handwerk« Hinternah, »Motor« Steinbach-Hallenberg und »Motor« Suhl II ging es um den Aufstieg zur Bezirksliga. Den Auftakt bildeten zwei Auswärtsspiele. Auf dem gefürchteten »Köpfchen« in Steinbach-Hallenberg lieferte unsere Mannschaft ein großes Spiel. Sie glich nicht nur die 1:0 Führung der Gastgeber aus, sondern erzielte in der zweiten Halbzeit über weite Strecken eine klare Feldüberlegenheit mit vielen hochprozentigen Torchancen, die aber durch den permanenten Eigensinn ein- und desselben Spielers nicht genutzt wurden. Ein Entlastungsangriff der Gastgeber brachte kurz vor Spielende dann das völlig unnötige 1:2. Das zweite Auswärtsspiel brachte auf dem Hartplatz in Suhl bei schlechten Bodenverhältnissen einen verdienten 1:0 Erfolg gegen »Motor« Suhl II, aus einem Gewühl im Suhler Strafraum erziehlte Fink den Siegestreffer. Dann folgte das Fiasko. »Kluge« Ratgeber veranlassten den Mannschaftsleiter, plötzlich, wie aus heiterem Himmel, vor dem nächsten Spiel die Mannschaft zu »verjüngen«, also »mitten im Strom
Auch im Spieljahr 1963/64 waren die Folgen dieses »Geniestreiches« noch nicht überwunden. Diesmal hatte »Fortschritt« Heubach sich nicht wieder die »Butter vom Brot nehmen lassen« und wurde Staffelmeister vor Waldau. Häselrieth kam als Dritter ein. Trotzdem hatte das Jahr für die Häselriether noch einen guten Aspekt. Mit Beginn der Rückrunde kam mit Peter Otto ein viel versprechendes Crocker Fußballtalent nach Häselrieth und wurde hier sesshaft. Als langjähriger Aktiver, Sektions- und Übungsleiter hat er bis zuletzt dem Häselriether Fußballsport wertvolle Dienste erwiesen. Das Jahr 1964/65 brachte eine weitere Verjüngung der Mannschaft und hinter Sachsenbrunn, Waldau und Harras den 4. Tabellenplatz.Aber die Häselriether Pokaltradition begann wieder aufzuleben. Im Juni 1965 wurde Waldau im Endspiel um den Kreispokal mit 1:0 bezwungen und damit die Teilnahmeberechtigung zu den Bezirkspokalspielen erkämpft. Als erster Gegner musste Heubach mit 1:2 die Segel streichen, dann konnte Oberlind mit 2:0 geschlagen werden. Der nächste Gegner, Lauscha, reiste zu spät in Häselrieth an. Der Bezirksfachausschuß erklärte Häselrieth zum Sieger, das damit bereits das Halbfinale erreicht hatte. Gegner war wieder einmal die starke Bezirksligamannschaft von »Motor« Schmalkalden, diesmal mit Heimrecht. Natürlich brannten die Schmalkaldener auf eine Revanche für die beiden Halbfinalniederlagen aus den Jahren 1958 und 1960 in Häselrieth, die ihnen mit dem 3:1-Erfolg auch gelang. Trotzdem war das Vordringen ins Halbfinale des Bezirkspokals erneut ein schöner
Erfolg für unsere kleine BSG. Im Spieljahr 1966/67 wurde mit dem 2. Rang hinter »Motor« Eisfeld wiederum eine gute Platzierung in der nun wieder in 1. Kreisklasse umbenannten Staffel der besten Mannschaften auf Kreisebene erreicht. Auch im Kreispokal stand man wieder im Finale. Das erste Spiel in Hildburghausen gegen »Lok« Eisfeld endete nach Verlängerung mit einem torlosen Remis, wobei die Häselriether im Schneematsch einen Strafstoß vergaben. Das Wiederholungsspiel, diesmal auf trockenem Schneeboden in Waldau ausgetragen, gewannen die Harraser deutlich mit 3:1. Das 60-jährige Fußballjubiläum im Sommer 1967 wurde mit einer schönen Festwoche begangen. Im Mittelpunkt stand das Spiel der 1. Mannschaft gegen Unterbreizbach, das mit 4:1 gewonnen wurde.
In den nächsten beiden Jahren gab es zwar jeweils sichere Platzierungen im vorderen Mittelfeld, bei mehr Konzentration und besseren Stürmerleistungen wäre aber mehr zu erreichen gewesen. 1970/71 befand sich die Mannschaft nach der ersten Runde auf Rang sieben. Wieder war die Sturmschwäche offensichtlich. Da wagte man einen taktischen Schachzug, der sich auszahlen sollte. Helmut Truckenbrodt, der langjährige bewährte Stopper, rückte ins Angriffszentrum und setzte sich in dieser Halbserie prompt an die Spitze der Torschützenliste der 1. Kreisklasse. Die Mannschaft erreichte dadurch noch den 4. Tabellenplatz.Auch 1971/72 schaffte man diese Platzierung. Auf eigenem Platz blieb man als einzige Mannschaft ungeschlagen. Durch zwei Unentschieden gegen Themar und Biberau wurden daheim nur zwei Punkte abgegeben.Mit dem Ende des Spieljahres nahmen zwei Sportfreunde Abschied aus der 1. Mannschaft, die sich bleibende Verdienste um den Häselriether Fußballsport erworben haben. Paul Reukauf, der langjährige Mittelstürmer und Torjäger, von allen Gegnern gefürchtet wegen seines vehementen Antritts und knallharten Schusses und Helmut Truckenbrodt, der Turm in vielen Abwehrschlachten vergangener Jahre, als Kopfballspezialist gleichermaßen erfolgreich vor dem eigenen wie vor dem gegnerischen Tor. Beide haben sich wegen ihrer Leistungs- und Einsatzbereitschaft ebenso die Achtung ihrer Mannschaftskameraden erworben wie durch ihre faire Haltung im Spiel den Respekt ihrer sportlichen Gegner. Ihr Ausscheiden hinterließ eine spürbare Lücke, das sollte sich schon im folgenden Spieljahr zeigen. Denn 1972/73 reichte es nur noch zum 12. und damit drittletzten Platz, wenn auch der Abstand zu den beiden Abstiegsplätzen mit 7 bzw. 17 Punkten noch respektabel erschien. 1973/74 wurde es schon eng. Zwar landete man wieder auf Rang 12, vom 13. Gleichamberg, unterschied man sich aber nur noch durch das bessere Torverhältnis. Zum Glück hatte Biberau seine Mannschaft zurückgezogen. So blieb es nur bei einem Absteiger. Nach dieser Spielzeit beendete Heinz Beilicke, über viele Jahre bewährter Torwart unserer 1. Mannschaft, offiziell seine Laufbahn in der »Ersten«. Als exzellenter Könner war er weithin bekannt und geschätzt. Zusammen mit Paul Reukauf wurde er des öfteren in Auswahlmannschaften berufen. Sein unerschrockener Einsatz hat zu mancher Verletzung geführt, das konnte ihn aber nie zum Aufhören bewegen. Nach seinem Abschied aus der »Ersten« war er noch jahrelang bewährter Rückhalt der Reservemannschaft, und jetzt steht er noch immer im Kasten der Altherrenmannschaft und ist daneben ein recht aktives Vorstandsmitglied. Auch der Sportfreund Alfons Braun muss lobend erwähnt werden. Er war jahrelang einer der Spielgestalter in der 1. Mannschaft. Durch seine Versetzung nach Neuhaus und später nach Meiningen musste er seine fußballerische Tätigkeit in Häselrieth leider beenden. Angesichts der prekären Lage seiner alten Gemeinschaft holte er die »Toppen« noch einmal vom Nagel und wollte ihr noch eine Serie lang aus der Verlegenheit helfen. Aus der einen Serie wurden vier und Alfons hatte jede Woche ein »Auswärtsspiel« mit 70—120 km Autofahrt zu bewältigen. Auch diese Leistung verdient Respekt und Anerkennung. 1974/75 konnte mit seiner tatkräftigen Hilfe wieder ein 7. Platz erkämpft werden. Aber dann hat es die Mannschaft doch erwischt.
1975/76 bedeutete der 13. Rang den Abstieg in die 2. Kreisklasse, gemeinsam mit »Empor« Schwarzbach, dem Tabellenletzten. Es war der erste Zwangsabstieg in der Nachkriegszeit.Einziger Lichtblick im Jahre 1976 war das erneute Vordringen der Häselriether in das Kreispokalfinale in Harras. Gegner war der inzwischen in die Bezirksklasse aufgestiegene Kreismeister »Motor« Veilsdorf II, der unsere Mannschaft regelrecht deklassierte und mit 6:0 überlegen gewann. Die Schwächen der Häselriether, die letztlich auch zum Abstieg aus der 1. Kreisklasse geführt hatten, traten in diesem Finale klar zutage, mangelnde Einsatzbereitschaft, fehlende taktische Disziplin und wenig Mannschaftsgeist, vor allem bei den jungen Spielern.Das Spieljahr 1976/77 wurde mit dem Sieg in der Staffel Unterland abgeschlossen und damit der Wiederaufstieg in die 1. Kreisklasse erkämpft. Er war das Geschenk der 1. Mannschaft zum 70-jährigen Fußballjubiläum in Häselrieth. Das Festprogramm enthielt je ein Turnier für Schüler-, Junioren- und Altherrenmannschaften und die Spieler der Männermannschaften gegen die inzwischen in die Bezirksklasse aufgestiegenen alten Rivalen aus Reurieth und brachte durchweg interessanten Sport und gute Spiele. Die Freude über den Wiederaufstieg war leider nur von kurzer Dauer. Nach einer mühsamen Serie reichte es nur zum 12. Tabellenplatz. Da der Kreismeister, Chemie Heldburg, in den Aufstiegsspielen zur Bezirksklasse scheiterte, musste Häselrieth als 3. Absteiger zurück in die 2. Kreisklasse und wurde diesmal der Waldstaffel zugeteilt, wo es 1978/79 nur zum dritten Platz reichte. Auch 1979/80 verpasste man den Staffelsieg in der Endphase der Serie.1980/81 schaffte die Mannschaft dann mit vier Punkten Vorsprung vor Veilsdorf III und Heubach den Aufstieg in die 1. Kreisklasse, über den sich die inzwischen doch recht bescheiden gewordene Häselriether Fußballgemeinde herzlich freute. Im folgenden Spiel 1981/82 stand der Aufsteiger Häselrieth zur allgemeinen Überraschung nach der ersten Runde mit 34:20 Toren und 19:7 Punkten knapp hinter den führenden Mannschaften Hellingen und Schönbrunn auf Rang drei der Tabelle. Durch die Abgänge der beiden guten Mittelfeldspieler Bernd Raumschüssel und Jonny Wank verlor die Mannschaft spürbar an Substanz, so dass diese gute Plazierung nicht bis zum Saisonende gehalten werden konnte. Mit 53:48 Toren 30:22 Punkten reichte es dennoch zum 5. Platz im Feld der 14 Mannschaften. Verdienstvolle Spieler wie Norbert Volkmar, Rainer Schmidt, Hans Rönsch und Horst Markert bildeten das Korsett einer relativ jungen Elf, gut ergänzt von den drei Raumschüssels, Jonny Wank, Thoralf Reukauf und Uwe Avemark. Aber auch die beiden laotischen Sportfreunde Somsanith und Bonalay haben sich um Wiederaufstieg und Klassenerhalt verdient gemacht und darüber hinaus durch raffinierte Einlagen und technische Kabinettstückchen dem Spiel unserer Mannschaft gar manches Mal eine Brise Exotik verpasst.
Anfang August 1982 stand das 75-jährige Fußballjubiläum auf dem Programm. Eine Reihe gelungener Veranstaltungen übten eine große Anziehungskraft auf Aktive und Zuschauer aus und ließen das Ganze zu einem vollen Erfolg werden. Den Auftakt bildete ein Altherrenturnier. Dann ging‘s zum großen Festkommers ins Gasthaus Haßfurther nach Wallrabs, zu dem alle jetzigen und ehemaligen Aktiven und Freunde des FC 07, der SG »Schwarz-Rot« und der BSG »Aufbau« aus allen Sektionen eingeladen waren. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Festrede und Ehrung verdienter Sportfreunde ging es bei Tanz, Gesang und munteren Gesprächen bis lang nach Mitternacht recht fröhlich zu im Hause Haßfurther. Am Sonnabend früh begannen die Spiele der Schüler- und Jugendmannschaften und leichtathletische Wettkämpfe für die Bevölkerung aller Altersklassen. Am Nachmittag folgte als eigentlicher Höhepunkt das Fußballspiel einer Kombination der Bezirksligisten Hildburghausen und Veilsdorf gegen die Nachwuchs-Oberligaelf von Rot-Weiß Erfurt mit dem Häselriether Peter Jung in ihren Reihen. Fast 1 000 Zuschauer erlebten ein packendes Spiel, das mit einem leistungsgerechten 1:1 endete. Der Sonntagmorgen begann mit einem Volkssportlauf über 5, 10 bzw. 20 km, der eine rege Beteiligung aufwies. Auch Wandern stand im Programm. Der Sonntagnachmittag stand im Zeichen des Punktspielauftaktes der Serie 1982/83 in der 1. Kreisklasse. Gegner war »Eska« Hildburghausen II. Mit einem 3:1 Erfolg erhielt das »75-jährige« einen würdigen Abschluß. Maßgeblichen Anteil daran hatten die »Gebrüder« Raumschüssel, Volker, Bernd und Frank.
So schön der Auftakt, so mäßig war der weitere Verlauf der Serie. Ständige Ausfälle erforderten dauernde Umbesetzungen, darunter litt die Harmonie in der Mannschaft. Mit 21:33 Toren und mageren 9:17 Punkten reichte es zur Halbzeit nur zum vorletzten Platz. Auch die Rückrunde brachte keine Steigerung, so blieb wiederum nur der Abstieg in die 2. Kreisklasse. Die Reserve erreichte einen guten Mittelplatz. Die nächsten vier Spieljahre 1983/84 bis 1986/87 können kurz abgehakt werden. In diesen zeigte sich »Aufbau« Häselrieth nämlich als typische »Fahrstuhlmannschaft«. Auf-und Abstieg wechselten in konstanter Regelmäßigkeit einander ab. Für die 2. Kreisklasse zu stark, für die 1. Klasse zu schwach, so präsentierten sich die »Schwarz-Roten«. Dem sachkundigen Beobachter fiel dabei auf, daß dies durchaus nicht so hätte sein müssen. Vom individuellen Können und der spielerischen Substanz her zumindest nicht. Was der Mannschaft jener Jahre fehlte, waren Mannschaftsgeist und Willensbereitschaft, jene Eigenschaften, die die Häselriether in den früheren Jahren auszeichneten und ihnen die Erfolge der Vergangenheit bescherten. In der 2. Kreisklasse spielte man sein Pensum herunter, schloß die Serie meist mit einem imponierenden Torverhältnis ab und war erfolgreich, weil es die Gegner zuließen. Bei der stärkeren Gegenwehr in der 1. Klasse aber war man nicht bereit, mit aller Konsequenz von der ersten bis zur letzten Minute um den Sieg zu kämpfen, taktische Disziplin zu wahren und sich in Angriff und Abwehr dem Zweikampf mit dem Gegner mutig zu stellen. Es gab kein Aufbäumen der Mannschaft, wenn der Gegner das Tempo anzog oder wenn man in Rückstand geraten war. Es gab entweder leichte Siege oder gar keine. Das wirkte auf Dauer deprimierend auf die ohnehin nicht sehr zahlreichen Zuschauer und führte letztlich dazu, daß nur noch einige wenige den Weg zum Sportplatz fanden.Das Ende der Serie 1986/87 brachte mit dem erneuten Abstieg einen absoluten Tiefpunkt. Neben unserem langjährigen, verdienstvollen und immer zuverlässigen Torhüter Norbert Volkmar, der seine aktive Laufbahn beendete, verließen weitere fünf Stammspieler die 1. Mannschaft und schlössen sich anderen Gemeinschaften an. Auch das war ein schlagender Beweis für den fehlenden Mannschaftsgeist in dieser Truppe. Durch diesen Aderlaß sah sich die BSG gezwungen, die 2. Mannschaft zurückzuziehen und nur noch eine Mannschaft für den Punktspielbetrieb zu melden. Ein harter Schlag im 80. Jubiläumsjahr des Häselriether Fußballs und ein plausibler Grund, auf Feierlichkeiten aus diesem Anlaß zu verzichten, aber ebenso eine Verpflichtung zum Neubeginn. Der Sektionsleiter Volker Raumschüssel, tatkräftig unterstützt von den beiden alten Kämpen Horst Meyer und Gerold Zeitz stellte die Weichen für den neuen Anfang. Hoffnung auf die Zukunft gab die gute Nachwuchsarbeit unseres Vorsitzenden, Horst Ditscher, der sich in diesem Bereich mit vorbildlicher Tatkraft engagierte.Der Start ins Spieljahr 1987/88 ging ziemlich holprig vonstatten. Nach der ersten Halbserie rangierte die Mannschaft im unteren Tabellendrittel der Waldstaffel der 2. Kreisklasse, eine für Häselrieth völlig ungewohnte Situation. Doch langsam ging‘s bergauf, am Ende des Spieljahres wurde die steigende Moral in der Mannschaft mit einem guten Mittelplatz belohnt.1988/89 gab es erstmals drei Staffeln in der 2. Kreisklasse. Mit dem Absteiger Eishausen lieferten sich die Häselriether ein spannendes Duell um die Staffelmeisterschaft, das sie am Ende mit einem Punkt Rückstand verloren. Da nutzte auch das klare bessere Torverhältnis nichts. Die mit ein paar Grenzsoldaten aus höherklassi-gen Mannschaften verstärkten Eishäuser waren um diesen einen Punkt abgeklärter. Für Häselrieth blieb der Trost, daß es mit Holger Höhn den Torschützenkönig der 2. Kreisklasse stellte. Seine 25 Treffer waren die beste Ausbeute aller drei Staffeln. Insgesamt hatte die Mannschaft in diesem Spieljahr zusehends an Profil gewonnen. Erfahrene und bewährte Spieler wie Volker Raumschüssel, Horst Meyer, Horst Markert, Falk Kühnert und Achim Höhn bildeten das Gerippe, tatkräftig unterstützt von den Gebrüdern Mathias und Uwe Zickler, und junge Leute, wie Dirk Rogowski, Mario Schneider, Michael Musch und Steffen Beyer konnten in die Mannschaft integriert werden. Dirk Rogowski konnte sein Debüt im Männerbereich mit 16 Treffern als zweite Angriffsspitze recht erfolgreich gestalten. Ein Beweis mehr für die engagierte Nachwuchsarbeit Horst Ditschers. So gingen die Häselriether mit Optimismus in das Spieljahr 1989/90. Thoralf Reukauf war aus Dingsleben zurückgekehrt, Sven Büchle aus Hildburghausen half das leidige Torwartproblem lösen. Aus dem eigenen Nachwuchs stieß Janek Schiemann zur 1. Mannschaft und fügte sich gut in das Angriffsspiel ein. Zur Abwechslung spielte die 2. Kreisklasse 1989/90 mal wieder in zwei Staffeln. Häselrieth wurde der Waldgruppe zugeteilt. Lesen wir einmal nach, wie unser langjähriger Spielausschußvorsitzender des Kreisfachausschusses, Werner Voigt, unter der Überschrift: »Häselrieth gewann den Staffel-Krimi« das Geschehen im Kreisteil der Heimatzeitung schilderte: »Der Kampf um die Staffelmeisterschaft gestaltete sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Häselrieth und Lok Eisfeld. Beide Mannschaften wechselten sich ständig in der Tabellenführung ab. Nach der Hinrunde lagen beide punktgleich vorne, Häselrieth hatte lediglich das bessere Torverhältnis. In der Rückrunde legte man dann eine Serie ohne Niederlage hin (8 Siege
Fuß fassen und zunächst einmal den Klassenerhalt sichern, hieß die Zielstellung der relativ jungen Häselriether Mannschaft in der 1. Kreisklasse, wo sie und das Reserveteam »eine Bereicherung darstellen sollten«. Unter der bewährten Trainingsleitung und Betreuung von Peter Otto sah die Mannschaft dem neuen Versuch in der 1. Kreisklasse mit Spannung entgegen. Die BSG »Aufbau« war im Februar 1990 in Erinnerung an die alte Tradition des Häselriether Fußballsportes in »Sportverein 07« Häselrieth umbenannt worden. Der Name SV 07 wurde anstelle des ursprünglichen FC 07 deshalb gewählt, weil dem Verein außer den Fußballern auch noch zwei Gymnastikgruppen und eine Keglerinnengruppe angehören, die sich alle rege am Vereinsleben beteiligen. Zurück zum Fußball: Der Start ins Spieljahr 1990/91 in der Kreisklasse war ein Auftakt nach Maß: Im ersten Heimspiel wurde Gompertshausen mit 7:2 bezwungen. Nach insgesamt sechs Siegen und sieben Unentschieden war die Mannschaft mit 44:15 Toren und 19:7 Punkten inoffizieller Herbstmeister vor den punktgleichen Heßbergern, die es auf 20:10 Tore brachten. In der Winterpause waren die »Schwarz-Roten« ebenfalls erfolgreich und drangen bis ins Halbfinale der Hallenbezirksmeisterschaft vor.Auch der Start in die Rückrunde ließ sich gut an, der Vorsprung vor Heßberg wuchs auf vier Punkte, bevor es zum entscheidenden Spiel nach dort »in die Höhle des Löwen« ging. Es war das 18. Spiel der Serie. 17 mal blieben die Häselriether unbezwungen, diesmal wurden sie mit 0:2 erwischt. Es war aber auch der Sieg der Routine und Cleverneß über einen zwar mutig, aber manchmal auch kopf- und systemlos anrennenden Gegner. Von dieser Niederlage hat sich unsere junge Mannschaft nur langsam erholt. Ihr Selbstvertrauen war angeschlagen, der Verlust von fünf Punkten in den Auswärtsspielen in Bedheim, Gleichamberg und Eishausen die fatale Folge. Heßberg war an die Tabellenspitze gerückt und ließ sich auch im letzten Spiel von Ummerstadt nicht mehr überraschen. Der Häselriether 6:1 Sieg gegen Waldau II zum Abschluß hatte da nur noch statistischen Wert. Trotzdem bleibt festzuhalten: Die Plazierung des Spieljahres 1990/91 mit dem 2. Rang in der 1. Kreisklasse war die beste einer Häselriether Mannschaft in den letzten 22 Jahren. Auch die neu aufgebaute 2. Mannschaft schlug sich wacker in der Reservestaffel mit einem guten 3. Platz. Häselrieth besaß den schußkräftigsten Sturm und die beste Tordifferenz, Heßberg die stabilste Abwehr, die gab letztlich den Ausschlag. Trotzdem konnten beide Häselriether Mannschaften mit den erreichten Plazierungen rundherum zufrieden sein. Auch in dieser erfolgreichen Saison sorgten zwei Exoten in der ersten Mannschaft des SV 07 Häselrieth für eine spielerische und vor allem technische Bereicherung in etlichen Szenen. Diesmal waren es keine Laoten, sondern die angolanischen Sportfreunde Bernardo Simaö und Kiala Mbuku, die sich bei uns recht wohlfühlten.Das gute Abschneiden im vergangenen Spieljahr veranlaßte unseren lieben Werner Voigt, die Häselriether nach dem Aufstieg von Heßberg in die Bezirksklasse für die Saison 1991/92 zum Topfavoriten der 1. Kreisklasse zu erklären. Im Kreisteil von »Freies Wort« stand die Formulierung. Skeptiker und Realisten, die die besondere Problematik des »verfluchten zweiten Jahres« nach dem Aufstieg aus langer eigener Erfahrung kennen, waren der Meinung, er habe der Mannschaft damit einen »Bärendienst« erwiesen. Leider behielten sie bisher recht. Die Häselriether konnten die hochgesteckten Erwartungen noch in keiner Weise erfüllen. Obwohl nur geringe personelle Veränderungen erfolgt sind, ist die Mannschaft gegenüber dem Vorjahr nicht wiederzuerkennen. Nach 1:9 Punkten und 2:12 Toren aus den letzten fünf Spielen liegt sie derzeit auf dem 11. Rang im Feld der 14 Mannschaften und damit auf einem Abstiegsplatz.Es bedarf der enormen Anstrengungen aller Spieler in den letzten vier Begegnungen, um im Jahr des 85-jährigen Fußballjubiläums das Abstiegsgespenst noch zu vertreiben. Wünschen wir unseren »Schwarz-Roten« dazu Mut, kämpferische Entschlossenheit und das berühmte Quentchen Glück